Klettern an der Kampenwand

Von Sepp Buchner

Am 3. Juni sollte es endlich wieder eine kleine gemeinsame leichte Klettertour werden. Geplant war die Berchtesgadener Rinne auf die „Schlafende Hexe“ im Lattengebirge. Die größte Herausforderung war, kurzfristig die aktuellen Pandemie-Vorgaben zu ermitteln, und diese dann auch konkret auszulegen (schwierige Sache!). Um bei den Vorbereitungen möglichst effektiv vorzugehen, gründeten wir eine WhatsApp-Gruppe – gepriesen seien die Möglichkeiten der Social Media 🙂 – und „telefonierten“ uns zwei Tage vorher zusammen. Für die Anreise sollten Fahrgemeinschaften gebildet werden, um Nachhaltigkeit zu fördern und Ressourcen zu schonen, was sich aufgrund der aktuellen Gegebenheiten und Regeln aber als schwierig erwies, zumal bei Outdoor-Touren hier wahrscheinlich die größte Ansteckungsgefahr lauert. Aus diesem Grund entschieden wir uns, das Ziel auf unsere „heimische“ Kampenwand zu ändern, um den Anfahrtsweg so kurz wie möglich zu halten.

Unser Ziel an diesem schönen sonnigen Tag war dann die „Alte Südwand“ auf den Westgipfel mit anschließender Weiterbegehung des Grates. Somit trafen wir uns am Morgen auf dem Parkplatz in Hintergschwendt und durften erstmal die Parkgebühren bezahlen. Nun ging es langsamen aber steten Schrittes Richtung Einstieg empor. An der Einstiegsstelle am Westgipfel zur Südwand ging es dann hinunter, und dort ist es immer wieder interessant, wie sich der Charakter ändert. Alles wird auf einmal steil, etwas abweisend und auch sehr eindrucksvoll.

Einstieg zur Südseite
Hinein in die Südseite

Während der Kletterei in der Südwand waren wir vollkommen alleine – was für eine Ruhe! Am Gipfel angekommen, war es mit der Ruhe vorbei, denn die Gratüberschreitung ist anscheinend recht beliebt. Ich find es ja schön zu sehen, wie viele junge Bergsteiger hier unterwegs sind. Wir gingen dann um den Teufelsturm zur Abseilstelle in die Scharte vor dem Hauptgipfel, seilten ab, und entschieden uns dann abzubrechen. Eine Seilschaft war vor uns, und der andere Teil unserer kleinen Mannschaft wartete an der Schlechinger Scharte. Wir waren quasi in zwei Gruppen unterwegs, da die Beiden leichte gesundheitliche Blessuren hatten.

klassische Routenfindung
Schöne Standplätze mit Aussicht
Kamin oder Sanduhr ?
Am Grat mit etwas mehr Andrang

Als Abschluss gab es dann ein kühles Getränk auf der Steinling-Alm mit der Herausforderung, unter Corona-Ein-/Ausgangsregelungen einen Platz zu bekommen. Es hilft halt nix, wir müssen momentan damit umgehen. Trotzdem wird es ein Aufatmen geben, wenn das alles nicht mehr notwendig ist. Nach dieser schönen Rast wanderten wir gemütlich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Um ganz ehrlich zu sein, bin ich dann doch immer etwas schockiert, das Parkplatzverhalten zu sehen. Jetzt wurde eh das Parken an der Forststraße viel weiter rauf erlaubt, aber das reicht für viele immer noch nicht, und es wird dann fast bis zur Maisalm raufgefahren! Und Parktickets braucht’s für viele auch nicht. Ich weiß ja nicht, wohin das noch führen wird! Vielleicht gibt´s dann bald Parkbuchten bis zur Gori-Alm oder gleich bis zur Steinling-Alm. Tatsächlich ist es schwierig, zum Parkplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen, geschweige denn zu Zeiten, die für Bergsteiger passen. Mal schauen, ob die Kommunen hier künftig ein etwas nachhaltigeres Konzept für die Mobilität zustande bringen.

Wie weit soll es denn noch gehen …..