Kilimanjaro-Schlaftabletten

ca. 1989, erzählt von Klaus Seebauer

Mit Hans aus Aschau ging’s im August 1989 nach Afrika. Wir „akklimatisierten“ uns vor der Tour am Hotelstrand in Kenia mit Katamaran-Segeln und Windsurfen im warmen Indischen Ozean und wurden dann von der TUI nach Tansania in den Nationalpark zum Kibo gebracht. Dort wurde unserer 7er-Gruppe der „Bergführer“ und die „Träger“ zugeteilt, und am Eingang zum Park musste ich alle Geldscheine mit Nr. in eine Liste eintragen.

Dann gings endlich los, der erste Tag im Regenwald zur Mandara -Hütte und am zweiten Tag zur Horombohütte (auf Höhe Großvenediger). Nachdem ich schon in der ersten Nacht schlecht geschlafen hatte, bat ich Hans um eine Schlaftablette. Im dunklen Lager, mit Taschenlampe, fingerte der Hans aus der Bergapotheke zwei Tabletten, gab mir eine, nahm selber eine und wünschte „guten Schlaf!“ Schlafen konnte ich trotzdem nicht. Gegen Morgen ging Freund Hans zur Morgentoilette und kam lachend zurück: „Mein Morgen-Urin ist so klar wie ein Bergquell“, sagte er. Ich ging raus, der gleiche Befund. Hans hatte inzwischen die Bergapotheke untersucht und entschuldigte sich: „Ich habe gestern anstelle der Schlaftabletten Wasser-Entkeimungs-Tabletten erwischt. Sorry!“

Es hat uns nicht geschadet. Am übernächsten Tag standen wir zum Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Afrikas und konnten über die kleine Panne nochmals herzlich lachen.