Hofmannshütte am Großglockner

ca. 1962, erzählt von Klaus Seebauer

In den 60ern fanden sich Touren-Kameraden auch wegen etwa vorhandener Fahrzeuge zusammen. Der Karl hatte immerhin eine BMW lsetta, und da kam man zu zweit wenigsten trocken in die Berge. Dann allerdings, auf dem Weg vom Pasterzen-Parkplatz zur Hofmannshütte, regnete es fürchterlich, und wir kamen pitschepatschenass zur Hütte. Der sehr freundliche Hüttenwirt (wir waren die einzigen Gäste) nahm alles, was nass war, und hängte es in der Küche hinterm Ofen zum Trocknen auf.

Morgens standen wir früh auf – wir wollten ja zum Groß-Glockner, aber leider war die Küchentüre abgesperrt, und vom Wirt keine Spur. Als eifriger Leser aller Karl-May-Ausgaben und sonstiger Räuber-Pistolen wussten wir uns aber schon zu helfen: Eine Zeitung fand sich gleich, die wir unter der Küchentüre durchschieben konnten, mit dem Taschenmesser den Schlüssel vorsichtig nach innen schieben, bis er auf die Zeitung fällt, Zeitung mit Schlüssel auf unsere Seite ziehen, aufsperren, Türe öffnen und – … sofort wieder zuschlagen! In der Küche stand hinter der Türe ein großer schwarzer Hund (Schulterhöhe 1,2m), der zunächst still war, beim Türe öffnen uns furchterregend anknurrte und jetzt drinnen aus voller Kraft bellte.

Der Wirt kam auch schon und meinte: „Es regnet ja immer noch wie aus Kübeln, da geht’s Ihr nicht zum Glockner!“